WBW Dreyhausenstraße

Schule der Zukunft

19..2.20.1
Wien

ENTWURFBESCHREIBUNG Die Bebauung nimmt die Struktur des Gründerzeitblocks auf. Die verbaute Fläche liegt unter 60% (56,6%), die Bebauungsbestimmungen werden eingehalten, Ausnahmen sind nicht erforderlich. Der 4. Cluster befindet sich innerhalb des zulässigen Gebäudeumrisses im Dachgeschoß. Der Hof wird von Bebauung freigehalten, nicht versiegelt und ermöglicht Baumpflanzungen und Sickerflächen. Die Absenkung auf das Niveau des angrenzenden Schulhofs erlaubt eine gute Anbindung an die Bestandsschule und die Belichtung von Bewegungsraum und Turnsaals. Geschoßweise Anordnung der Cluster ermöglicht einen schlanken Baukörper mit großzügiger Belichtung, geringem Grundverbrauch und nachhaltiger, ressourcenschonender Haustechnik. Mit Energiekaskaden und Betonkernaktivierung wird von der Bestands-Volksschule der Rücklauf der Fernwärme nochmals genutzt. Im Sinne von „Smart City“ wird Solar-Energie und -strom zwischen den Schulen ausgetauscht. Nordfassade: Die hochwärmegedämmte Holzständerkonstruktion in Fertigteilbauweise ermöglicht eine rasche, staub- und lärmreduzierte Abwicklung der Baustelle. Die Tiefe (50cm) des Bauteils wird außerdem im Klassenraum als Sitznische genutzt, im Außenbereich als Nische für klassenzugeordnete Pflanztröge: Kinder er- und beleben den Straßenraum, die Schule ist im Außenraum sichtbar. Die Südfassade wird großzügig verglast, ein vorgelagertes Rankgerüst aus Stahlfertigteil sorgt zusammen mit den horizontalen Wartungsstegen für sommerliche Beschattung. In die vorgelagerte Struktur ragen die vier Freiklassen. Glyzinien und andere Kletterpflanzen tragen zur Kühlung im Sommer bei, im Winter lassen die unbelaubten Äste das Tageslicht tief in die Räume. Vorplatz: Die Straße wird rückgebaut (1 Fahr- bzw. 1 Parkstreifen), wodurch ein auf 7m verbreiteter Vorbereich entsteht, der für die Sicherheit der Kinder sorgt. Der Eingang befindet sich zurückgesetzt in einer großzügigen Nische, die überdeckten Platz für Roller und Fahrräder bietet. Das transparente Foyer gestattet eine Durchsicht in den Hof, es erweitert sich durch Einbeziehung von Speiseraum, Bibliothek und Musikraum bei Bedarf zu einer großen Veranstaltungsfläche. Hofgestaltung: Eine breite Freitreppe erschießt den abgesenkten Mittelteil des Hofes, das “Forum“ vom Foyer aus, es kann als Theaterraum bespielt werden. Ein 10m breites Stück der Mauer wird verschoben und weiter südlich „rekonstruiert“. Es bildet außerdem den Zugang zum Schulhof der Bestandsschule, in dem ein Ballspielplatz errichtet werden könnte. Der „Klettergarten“ mit Findlingssteinen und Boulderwand befindet sich im Ostteil des neuen Schulhofs. Angrenzend an die Bibliothek im Westen befindet sich der „ABZ-Hain“, bepflanzt mit Apfel, Birne- und Zwetschgenbaum. Sitzstufen laden zum Lesen ein und führen in das „Forum“. Cluster: Die Klassen sind nordseitig positioniert, Glaswände und Schiebetüren erlauben einen großzügige visuelle bzw. auch akustische Anbindung an die Multifunktionsfläche: In den zwei unterschiedlich großen Bereichen wird eine differenzierte Nutzung ermöglicht. Die beiden Flächen gruppieren sich um die gedeckte und bei jedem Wetter bespielbare Freiklasse. Am Dach befinden sich ein mittels Zeltkonstruktion mit Netzen überdeckter Hartplatz, die jeder Klassen zugeordneten Gemüsebeete am Rand bilden zugleich die Absturzsicherung. Die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf der Pergolakonstruktion am Dach spendet Schatten für die Freifläche und erlaubt zusätzliches ‚Urban Gardening‘ in den Randzonen. Fassadenbegrünungen an Nord- und Südfassade helfen mit ihrem Mikroklima und zusammen mit Sprühbewässerung, die Überwärmung der Städte und CO2 zu vermeiden. Finanzierungsalternativen Über ein Spar-oder Anlagen-Contracting kann ein vorbildliches Signal einer umweltbewussten und nachhaltig denkenden Schule realisiert werden, ohne das Baubudget zu belasten. Baustoffe und Ökologie Durch die Kombination des zu 80 % recyclierbaren Baustoffes Beton der Stahlbetonskelettbauweise mit seinen guten Wärmespeichereigenschaften und den vorfabrizierten Außenwandelementen aus einer hochwärmegedämmten Holzständerkonstruktion bzw. Glaselementen können wärmebrückenminimierende Konstruktionen realisiert werden. Durch die Kombination von massiven Bodenplatten und wärmetechnisch optimierten Außenwandelementen können die Vorteile beider Bauweisen optimal genutzt werden. Nach der Nutzungszeit der Schule ist eine sortenreine Trennung der Materialien möglich ist (cradle to cradle). Um eine gesundes Raumklima zu gewährleisten, wird der Einsatz von ökologischen Baustoffen, die Vermeidung von PVC, HAFKW und Verbundwerkstoffen, sowie emissionsarme Baustoffe gewählt. Die Öko-Kaufrichtlinie für die ökologische Beschaffung der Stadt Wien werden eingehalten.